Ethik als Kompass?
Ethik ist für viele ein schwieriger Begriff in unserer Gesellschaft. In ihm schwingt ein moralischer erhobener Zeigefinger mit und daher neigen Menschen eher dazu, dies abzulehnen. Dennoch erlebte ich in den letzten 20 Jahren immer wieder eine Suche unter Heiden danach, ethische Grundsätze zu entwickeln. Im Rahmen dessen fand ich gewisse Faktoren die dafür angestrebt wurden. Zum einen schien es mir, als ginge es nicht darum, eine gottgegeben Ethik zu finden, die uns autoritär sagt, das müssen wir so machen. 
Andererseits wurden auch Versuche aus der Renaissance abgelehnt, die auf gesellschaftlich romantische Vorstellungen beruhten. Es sollte also auch keine Moral die einer bestimmten Zeit oder Gesellschaftsform zugrunde liegt sein.
Vielleicht könnte man versuchen, sich einmal zu überlegen was aus unserer Natur heraus wichtig erscheint? So könnte eine organische, natürliche Ethik entstehen, die damit genau dem Verständnis des Paganismus entspricht, der ja auch zumeist versucht organisch zu sein. Das wäre dann etwas, dem jeder im Herzen zustimmen müsste und woraus sich alle sinnvollen Ethiksysteme ableiten ließen.
Dazu müsste man zunächst eine Basis überlegen, der dieser Kompass zugrunde liegt.
Im Allgemeinen kann man sicher sagen: Jeder Mensch möchte glücklich sein und Leid vermeiden.
Wenn man diese Wahrheit als Basis nimmt, könnte man ethisches Verhalten so definieren, dass es Verhalten ist, das dazu führt das man selbst und andere glücklich werden oder kein Leid erfahren.
Grundsatz: ethisches Verhalten führt zu Glück und vermeidet Leid.
Darauf aufbauend kann man nun allgemeine Verhaltensweisen suchen, die dieser Regel genügen. Man kann dabei natürlich auch sehr explizit werden, doch das geschieht dann aufkosten der Anwendbarkeit der Allgemeinheit an dieser Stelle. Es sei aber klar gesagt: Jede Ethik, die dem ethischen Grundsatz oben zugrunde liegt, empfinde ich als gut und richtig. Dennoch möchte ich versuchen, eine Formulierung zu finden, die möglichst allgemein ist:
Freundlich/respektvoll zu sein, scheint mir ein guter Ansatz. Wenn ich erstmal zu allen Wesen freundlich und respektvoll bin, insbesondere wenn ich diese Haltung innerlich habe, fühlt sich das definitiv besser für mich an. Dazu fühlt sich mein Gegenüber besser und damit scheint mir das ein guter Ansatz.
Daraus leitet sich leicht ab, das Hingabe ebenfalls ein guter Vorsatz ist. Dies kann im Sinne von Großzügigkeit sein, man gibt etwas hin oder im Wortsinn der Hingabe, bei der man Energie/Zeit/Kraft investiert. Ebenso, wie bei der Freundlichkeit ist aber auch bei der Hingabe die innere Haltung die man dabei einnimmt, elementar wichtig.
Damit haben wir zwei Grundpfeiler im Umgang mit anderen Menschen, die ethisches Grundverhalten umreißen.
1.) Freundlichkeit/ Respekt
2.) Hingabe/ Großzügigkeit
Ein anderer Ansatz Glück zu erlangen und Leid zu vermeiden, ist tieferes Verständnis der Mechanismen nach denen die Welten existieren und die Fähigkeit nach diesem Verständnis zu handeln. Diese Mechanismen kann man quasi lernen, daher scheint es mir also wichtiger, nach ihnen zu handelt. Man sollte also in sich die Qualität entwickelt, aufrichtig sein Handeln in Relation zu eben diesen Mechanismen zu setzen. Aufrichtig im Geist zu sein, wird dafür sorgen, dass wir Aufrichtig zu anderen werden, was ebenso generell zu Glück führt. Denn wann haben wir schon einmal abfällig über jemanden gesprochen, weil er ehrlich war? Allerdings ist Aufrichtigkeit nicht immer einfach zu benutzen. Es ist meist Aufmerksamkeit und Taktgefühl nötig. Dafür muss man einen Klaren Geist haben. Dieser ist zusätzlich wichtig wenn man versucht die oben genannten Mechanismen zu erfassen, nach denen die Welten funktionieren.
3.) Aufrichtigkeit
4.) Klarheit im Geist
Ich glaube mit diesen vier Grundsätzen hat man eine Basis, mit der sich die allermeisten anderen erstrebenswerten Verhaltensweisen herleiten lassen. Um ein populäres Beispiel zu nennen:
im Asatru heißt es: Gabe will stets Gegengabe. Um dies umzusetzen braucht es die alle 4 Grundsätze. Ich muss erst den vollen Umfang der der Gabe erkennen und dafür muss ich Klarheit im Geiste haben. Um dann im Inneren den Antrieb zu Gegengabe zu entwickeln benötige ich Freundlichkeit/ Respekt dem anderen gegenüber und ich muss Aufrichtig mir gegenüber sein, den Umfang der Gabe zu erkennen. Nur dann kann ich eine angemessene Gegengabe einschätzen. und zuletzt muss ich Hingabe und Großzügigkeit entwickeln, die Gegengabe zu geben.
"Gabe will stets Gegegabe" ist also eine Verhaltensregel die unserem obigen Grundsatz genügt, sofern sie aus dem Inneren entsteht.
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